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Imbolc - Fest des wiederkehrenden Lichts

Bild einer goldenen Feder und weißer Kerzen

Kannst du ihn schon spüren, den Frühling? Die aufsteigenden Säfte und wiedererwachenden Kräfte der Natur?

 

Mir pocht ab Mitte, Ende Januar stets das Herz. Ich kann es kaum erwarten, dass endlich der Frühling einkehrt, ich wieder wärmende Sonnenstrahlen auf der Haut spüre, mich all die wiedererwachende Kraft der Natur belebt und mein Herz vor Freude überfließen lässt.

 

Rund um den 1. Februar können wir die Wiederkehr des Lichts und den aufkommenden Frühling ganz traditionell feiern – mit dem alten Jahreskreisfest Imbolc.

 

Zusätzlich sind wir zu Kontemplation und Selbstreflexion über unsere archetypische Kraft unseres inneren Kindes, der Tochter in uns eingeladen. Und auch über die Saat, die wir im letzten Jahr ausgebracht haben und die nun zu keimen beginnt, können wir sinnieren.

 

Imbolc, Lichtmess, Fest der Brigid & was es damit auf sich hat

Imbolc ist eines der acht Jahreskreisfeste, von denen man annimmt, dass sie bereits von den Kelten und Germanen gefeiert wurden. Und es ist eines der vier Mondfeste, die sich im Wechsel mit den Sonnenfesten durch das Jahr weben.

 

Mit der Zeit hat sich das alte keltische Fest unter den verschiedensten kulturellen Einflüssen gewandelt und in jeder Kultur oder Region feiert man es ein wenig anders. Im Norden feiert(e) man Imbolc als Lichterfest. Bei den Römern wurde an diesem Tag der Göttin Venus gedacht und im Christentum feiert man zu dieser Zeit Marias wiedergewonnene Reinheit, 40 Tage nach der Geburt Christi darf sie nun wieder einen Tempel betreten. Bei den Kelten wurde der dreigestaltigen Göttin Brigid gedacht.

 

Ich persönlich mag es sehr, mich zwar an den alten Feierlichkeiten zu orientieren, mich aber letztendlich an der jahreszeitlichen Energie im Hier und Jetzt auszurichten und natürlich an den 13 Archetypen der Frau, wie ich sie dir in meinem Blog vorstelle, und wie sie in uns Frauen seit Jahrtausenden kraftvoll wirken.

 

In diesem Sinne ist Imbolc nicht nur das Fest, an dem die Wiederkehr des Lichts und der sich ankündigende Frühling gefeiert werden. Es ist auch das Fest der archetypischen Kraft der Tochter und des inneren Kindes. Wir sind also eingeladen unsere Kindheit zu ehren und zu segnen und unser inneres Kind in all seiner Unschuld und Verspieltheit, die es sich bis heute bewahrt hat, zu würdigen und ihm den Raum in unserem Leben zu schenken, den es braucht.

 

Jahreskreisfeste und warum es so kraftvoll ist, sie zu feiern

Rituale und kleine bewusste Feiern ob Jahreskreisfeste, Geburtstags-, Tauf- oder Hochzeitsfeiern u.v.a.m. helfen uns, uns bewusst von Altem zu verabschieden und Neues willkommen zu heißen. Den Übergang von einem Lebensabschnitt zum nächsten bewusst zu begehen.

 

Jahreskreisfeste geben uns die Chance, uns wieder stärker mit den jahreszeitlichen Energien zu befassen und uns bewusst zu machen, wie sehr wir mit allen Wesen der Natur verwoben sind, wie sehr die Jahreszeiten und ihre besonderen Kräfte unser Leben mitprägen, uns mal rückzugsbedürftiger und mal lebendiger fühlen lassen.

 

Wie du Imbolc feiern kannst

Du kannst Imbolc entweder in der Nacht vom 1. auf den 2. Februar oder am zweiten zunehmenden Mond nach Jul, der Wintersonnenwende, feiern. Allein für dich oder in einem Kreis von Frauen.

 

Dazu kannst du einen kleinen Altar oder eine Mitte gestalten, in der die Farbe weiß, symbolisch für das unbefleckte, unschuldige und noch ganz frische wiederkehrende Licht vorherrscht. Du kannst eine schöne weiße Kerze entzünden, die die unschuldige, reine Kraft deines verspielten, neugierigen und vertrauensvollen inneren Kindes symbolisiert und dich z.B. mit folgenden Fragen beschäftigen:

 

  • Was habe ich im vergangenen Jahr gesät?
  • Welche dieser Saaten kann ich nun keimen spüren?
  • Welche Saat möchte ich ganz besonders pflegen?
  • Welche Saat möchte ich noch ausbringen?

  • Wie steht es um meine Verspieltheit, die unschuldige Neugier auf das Leben?
  • Wie vertrauensvoll und zuversichtlich schaue ich in das neu erwachende Jahr?
  • Wie möchte ich mich jetzt erleben?
  • Was darf sich im kraftvoll wiedererwachenden Licht auflösen?
  • Wie möchte ich mich neu erfinden?

  • Wie kann ich mein Licht noch mehr leuchten lassen?
  • Wie kann mein Licht andere noch mehr leuchten lassen?
  • Welches Licht möchte ich in die Welt tragen?

Wie du die Kräfte der Natur zu deinem Fest einlädst

Als besonders kraftvoll empfinde ich es, die Kräfte des Himmels und der Erde zu einer Meditation oder zu einem Ritual an einem Jahreskreisfest einzuladen. In meinem Artikel zu den Rauhnachtmeditationen findest du eine Anleitung dazu.

 

Du kannst die Kräfte aber auch ein wenig nüchterner in deinen Frauenkreis oder zur Imbolc-Meditation einladen:

 

Hiermit lade ich

die Kräfte des Nordens, der Inspiration und Klarheit, der Innenschau, der Nacht, des Winters und des Windes ein, an diesem Ritual teilzunehmen und zum höchsten göttlichen Wohle aller Beteiligten beizutragen.

 

Hiermit lade ich

die Kräfte des Ostens, der aufgehenden Sonne, des Blitzes, des Neubeginns, des Morgens, Frühlings und des Feuers ein, an diesem Ritual teilzunehmen und zum höchsten göttlichen Wohle aller Beteiligten beizutragen.

 

Hiermit lade ich

die Kräfte des Südens, des Tages, des Sommers und des Wassers ein, an diesem Ritual teilzunehmen und zum höchsten göttlichen Wohle aller Beteiligten beizutragen.

 

Hiermit lade ich

die Kräfte des Westens, der untergehenden Sonne, der Ernte, des Abends, des Herbstes und der Erde ein, an diesem Ritual teilzunehmen und zum höchsten göttlichen Wohle aller Beteiligten beizutragen.

 

Und ich danke auch Mutter Erde und Vater Kosmos für ihr Mitwirken an diesem Ritual.

 

Bitte beachte, dass du nach deinem Ritual oder deine Meditation alle Kräfte wieder in Dankbarkeit für ihr Wirken entlässt! 

 

Du kannst dich jeder Kraft erneut mit folgenden Worten zuwenden: Ihr Kräfte des …, ich danke euch für euer Wirken und entlasse euch aus diesem Ritual.

 

Ich wünsche dir ein wundervolles Fest des wiederkehrenden Lichts!

Lass dein Licht leuchten!

Deine Inga

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