Lughnasadh - Lammas - das Schnitterfest feiern

Die erste Ernte ehren, Freude und Dankbarkeit feiern

Foto von einer Frau im Kornfeld

Zum achten abnehmenden Mond nach Jul, der Wintersonnenwende oder der Einfachheit halber rund um den 1.8. wurde bei unseren Vorfahren das Schnitterfest gefeiert, der ersten Ernte gedacht, sich am Einbringen des Korns erfreut. Wie auch du ein Freudenfest feiern kannst und was es mit den alten Traditionen auf sich hat, erfährst du hier.

 

Was es mit Lughnasadh, Lammas oder dem Schnitterfest auf sich hat

Bei den Kelten wurde zum achten abnehmenden Mond nach Jul des Sonnen-, Korn- und Erntegottes Lugh gedacht, der sich der Sage nach mit der Maat des ersten Korns in die Winterruhe zurückzog und erst im Frühjahr wiederkehrte. Als Dank für eine reiche Ernte und auch als Bitte für künftige gute Ernten wurden stets einige Garben Korn auf dem Feld stehen gelassen.

 

Andernorts feierte man Lammas, das sich vermutlich aus dem Altenglischen ableitet. Auch hier stand das Feiern der Kornernte im Mittelpunkt. Es wurde gemeinsam Korn geerntet, Brot gebacken, getanzt, geschmaust, gefeiert und musiziert. Einige Brotlaibe wurden stets zum Dank "geopfert" und mit Blumen und Kornähren an schöner Stelle auf Hof und Feld auf einem Altar präsentiert.

 

Und auch die Bezeichnung des Schnitterfestes rührt vom Ernten des Korns her (früher einmal mit der Sense ;-)). 

 

Für mich persönlich hat es einen ganz besonderen Reiz, jetzt um den 1. August herum die erste Ernte zu würdigen, Mutter Natur zu danken und Gemüse, Salat, Getreide und Obst in meinem Garten zu ehren. Wie das auch für dich aussehen könnte, das erfährst du unten.

 

Wie du Lughnasadh feiern kannst: Dankesritual & Segen

Du könntest dich zum Beispiel mit Freunden oder in deinem Frauenkreis zu einem Sommerfest treffen. Jeder bringt etwas zu essen mit und ihr richtet einen kleinen Bereich eurer Tafel besonders liebevoll her. Dort könnt ihr kleine Portionen eurer Speisen als Gabe für Mutter Natur oder als Dank an die alten, fast vergessenen Gottheiten anrichten und eine weißgoldene Kerze aufstellen und entzünden.

 

Bevor ihr miteinander speist, könnt ihr euer Essen mit einem Dankesgebet segnen.

Ein Segen für euer Essen könnte zum Beispiel so aussehen:

 

"Das Brot vom Korn,

das Korn vom Licht,

das Licht aus Gottes Angesicht.

Die Frucht der Erde

aus Gottes Schein,

Lass Licht auch werden

im Herzen mein."

 

oder auch so

 

"Erde, die uns fühlet,

Wasser, das uns kühlet,

Luft, die uns fächelt,

Licht, das uns lächelt.

Sie wirken im Erdenkreise,

Sie leben in unserer Speise."

 

Und ihr könntet sogar eine kleine Austauschrunde einplanen, in der jede und jeder von euch der Reihe nach ausdrückt, wofür sie oder er dankbar ist. Was euch in diesem Jahr besonders erfreut und beglückt hat, worauf ihr stolz seid, wofür ihr zutiefst dankbar seid. Und dann darf natürlich getanzt und gefeiert werden! Denn so eine Ernte ist durchaus anstrengend und erfordert auch einmal eine Pause und eine lebendige Auszeit.

 

Die Farben des Jahreskreises und die Zuordnung zu den Archetypen

Willst du Lughnasadh als eins der acht Jahreskreisfeste stilecht feiern, dann wäre zu diesem Fest rotschwarze Kleidung angesagt. Denn durch den alten keltischen Jahreskreis zogen sich drei Farben: Weiß, Rot und Schwarz.

 

Wobei

  • die Farbe weiß die Unschuld und Zartheit des ersten Lichts und des Archetypes der Tochter und der Jungfrau vor der ersten Blutung repräsentiert.

  • Rot die fruchtbare Zeit des Frühlings, Frühsommers und der fruchtbaren archetypischen Kraft der Frau (Blutsschwester, Mutter, Hebamme) anzeigt.

  • Und Schwarz für den Rückzug der Natur, das Sterben, den Herbst und die winterliche Dunkelheit und Ruhe steht (Archetypen der Heilerin, der Alten Weisen und der Dunklen Mutter).

 

Jetzt zum Schnitterfest ist die Fruchtbarkeit (rot) noch überall sichtbar und sorgt für reichlich Arbeit. Der Rückzug der Natur, der nahende Herbst und die kürzer werdenden Tage sind aber bereits spürbar (schwarz). Deshalb also könntet ihr euch, die ihr zum Fest zusammenkommt, rot-schwarz kleiden, um dieser beiden Kräfte zu gedenken: Der Fruchtbarkeit und reichen Ernte und dem nahen Rückzug der Kräfte und Säfte in der Natur, dem Sterben. Denn mit eurem Ernten sorgt auch ihr für das Sterben der ein oder anderen Pflanze.

 

Die Archetypen, die ganz im Zeichen der reifen roten wie auch der klaren schwarzen Kraft stehen, sind die Amazone, die Königin und der Priesterin.

 

Jetzt zu Lughnasadh und im gesamten August ist die archetypische Kraft der Amazone besonders präsent. Die Kämpferin, die bereits in der Lebensmitte steht und über einige Lebenserfahrung verfügt, die sich ihrer Werte sehr bewusst geworden ist und sich für die Gemeinschaft einsetzt, die polarisiert und voller Kampfgeist und Durchsetzungskraft daherkommt, ist jetzt aktiv. Im dazugehörigen Artikel kannst du dich in die Amazonenkraft einlesen und sie in dein Fest einbringen. 

 

 

Hab ein wundervolles Schnitterfest, eine reiche Ernte und viel Freude beim Feiern - ganz für dich allein oder aber im Frauen- oder Freundeskreis.

 

Lass dein Licht leuchten!

Deine Inga

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